Tuesday, June 11, 2013

Grasen – lebenswichtig für das Pferd

Natalija Aleksandrova
Übersetzung Jennifer Bender

Im Laufe seiner Evolution hat sich das Verdauungssystem des Pferdes optimal an die Aufnahme und die metabolische Verstoffwechselung von Gras angepasst. Es wandelt das saisonale Angebot an verschiedenen Gräsern in Energie um, die das Pferd als Grundumsatz tagtäglich braucht. Die Darmflora passte sich so dem Nahrungsangebot an, ebenso der Dünndarm, der im Laufe der Zeit immer länger wurde. Das Verdauungssystem von Equiden ist im Grunde deutlich weniger effizient als das von z.B. Wiederkäuern. Es ist darauf ausgelegt, viele Stunden am Tag Nahrung von kargen Weideflächen aufzunehmen, die reich an Ballaststoffen, jedoch arm an Stärke und Eiweiß sind.

Hat das Pferd rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit Zugang zu weitläufigen Wiesen mit einem vielfältigen Pflanzenangebot, dann versorgt es sich instinktiv genau mit den Nährstoffen, die es für die jeweilige Phase des Jahres gerade braucht. Das besonders hochwertige Frühlingsgras bringt Energie für die Paarungszeit und baut die Pferde nach dem Winter wieder auf. Jungen Pferden gibt es die für Wachstum und Entwicklung notwendigen Nährstoffe. Im Sommer und Herbst futtern sich die Tiere eine gewisse Fettschicht an, die ihnen dann über den kargen Winter hilft.

Wenn das Pferd ganzjährig seinen natürlichen Fressgewohnheiten, also dem Grasen, nachkommen kann, besteht niemals die Gefahr eines Überfressens oder einer Intoxikation aufgrund von einem plötzlich zugänglichen Nahrungsangebot, dass dann allzu gierig genutzt wird. Auf naturbelassenen Frühlingswiesen findet sich immer eine Mischung aus neuen frischen Pflanzen und den vertrockneten Gräsern vom Vorjahr. So ergibt sich eine langsame Anpassung des Pferdes an das „fette“ Gras. Wenn im Herbst das Graswachstum stoppt, gewohnt sich der Organismus wiederum an das eher ballaststoffreiche aber nährstoffärmere trockene Gras. Entgegen der landläufigen Meinung beinhaltet aber selbst dieses alte Gras noch Einiges an Energie, und die anspruchsvollere Aufspaltung des harten alten Grases bringt den Stoffwechsel sozusagen „in Wallung“, was die Pferde im Winter warm hält. Stroh hingegen, lediglich ein argarwirtschaftliches Nebenprodukt, das viele Tiere gerade in der kalten Jahreszeit aus Langeweile in ihrer Box fressen, ist völlig arm an jeglichen Vitaminen und Mineralien.

Die Fermentation von schwer verdaulichen Pflanzenbestandteilen im Darm produziert vermehrt Wärme im Pferdekörper. Trockenes altes Gras, sowie Zweige von Büschen und Bäumen weisen einen deutlich höheren Anteil an diesen Ballaststoffen auf. So ist es für das Pferd sinnvoll, im Sommer das leicht verdauliche Gras zu fressen, weil es so in der warmen Jahreszeit nicht noch zusätzlich die im Körper entstehende Wärme des auf Hochtouren laufenden Stoffwechsels ausleiten muss. Bei kaltem Wetter hingegen werden die Tiere auf natürliche Weise mit innerer Wärme versorgt, wenn sie in erster Linie die schwerer verdaulichen Ballaststoffe aus überständigem altem Gras oder eben auch Büschen aufnehmen.

Wird jedoch die Aufnahme von Gras durch eine zeitliche Beschränkung der Weidezeit reduziert, dann kann dies zu enormen Problemen im Stoffwechsel des Pferdes führen. Es kann sogar geschehen, dass dem gewünschten Effekt, wie Gewichtsreduktion oder Hufrehe-Prävention, entgegen gearbeitet wird! Studien zeigen, dass Pferde, die wissen, dass ihnen nur eine gewisse Weidezeit zur Verfügung steht, in der gleichen Zeit bis zu dreimal so viel fressen wie in der gleichen Zeit bei unbeschränktem Gras-Angebot (P. D. Siciliano). Im Klartext heißt dies, dass ein Pferd mit vier Stunden Weidezeit in der Lage ist, die gleiche Menge an Gras zu fressen, die es sonst in zwölf Stunden aufnehmen würde - in anderen Worten: Es schafft in vier Stunden in etwa das halbe Tagespensum.

Es ist folglich äußerst inkorrekt, zu behaupten, das „Gras schlecht für Pferde ist“. Gras ist DAS natürliche Nahrungsmittel für das Pferd, seit es sich im Laufe der Evolution zu einem durch die Landschaft streifenden, ständig grasenden Steppenbewohner entwickelt hat. Wir müssen uns über die Konsequenzen bewusst werden, die entstehen, wenn der Mensch in den natürlichen Lebenswandel des Pferdes eingreift, um Situationen zu vermeiden, in denen das Gras scheinbar zu einer Gefahr für das Tier wird. Jeder Pferdehalter sollte derlei Fakten wissen, wie zum Beispiel, dass ein eingeschränkter Zugang zum Gras die chemische Zusammensetzung im Magen verändert und so eine optimale Aufspaltung der Nährstoffe verhindert wird, und was es für den Stoffwechsel des Pferdes bedeutet, wenn es ausschließlich auf überdüngten Monokulturen weidet, die eigentlich für Rinder gedacht sind, und das es den Metabolismus des Pferdes schadet, wenn seine Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt werden, usw.

Domestizierte Pferde in natürlicher Haltung. Grasen auf einer naturbelassenen ungedüngten Weide bei Frühlingsbeginn in Lettland:



Die gleichen Pferde nur wenige Tage später im Frühling aufgenommen:



Domestizierte Pferde auf einer nicht gedüngte Weide in Polen:




Przewaski wilde Pferde in der Ukraine. Das Grasen im Sommer:





Konik Polski wilde Pferde . Lettland und Polen. Das Grasen im Sommer:





Artgerechte Haltung von domestizierten Pferden. Grasen im Sommer auf nicht gedüngten Weiden in Lettland:







Natürlich gehaltene Pferde auf einer nicht gedüngten Weide in Norwegen:



Konik Polski wilde Pferde im Herbst. Polen:





Natürlich gehaltene Pferde . Grasen im Winter auf nicht gedüngten Weiden in Polen:



Friday, May 10, 2013

Die Bedeutung der artgerechten Fütterung und das Fressverhalten der Pferde

Lennart Denkhaus

Dieser Artikel konzentriert sich auf die Bedeutung der artgerechten Fütterung / Fressverhalten von Pferden. Doch wie auch schon in den fünf Freiheiten (Farm Animal Welfare Council, 2009), die die Basis der Tierrechte bilden und Schutz gewähren, erwähnt wird, sind weitere Faktoren, um das Wohlbefinden des Pferdes zu gewährleisten entscheidend:

1. Freiheit von Hunger und Durst - durch leichten Zugang zu frischem Wasser und einer Ernährung die zu dazu beiträgt, volle Gesundheit und Kraft zu erhalten
2. Freiheit von Unbehagen - durch die Bereitstellung einer geeigneten Umgebung, einschließlich Unterkunft und eine komfortable Liegefläche.
3. Freiheit von Schmerz, Verletzung oder Krankheit - durch Prävention oder rasche Diagnose und Behandlung.
4. Freiheit zum Ausleben normaler Verhaltensweisen - durch ausreichend Platz, geeignete Einrichtungen und dem Zusammenleben mit Artgenossen.
5. Freiheit von Angst und Stress - indem die Behandlung und die Gegebenheiten gewährleistet werden, seelisches Leiden zu vermeiden.

Nicht nur artgerechte Fütterung, sondern auch die Freiheit artgerechtes Verhalten, wie Herdenleben, Bewegung, gegenseitige Fellpflege und vieles mehr zu zeigen, sind von größter Bedeutung und müssen erfüllt sein, damit die Gesundheit garantiert und das Wohlbefinden der Pferde zum Ausdruck gebracht wird. Wissenschaftlich gesehen sind Pferde Pflanzenfresser mit Enddarm Fermentation. Sie haben sich zu fast ständig, kleine Portionen aus langen, groben, energiearmen Fasern fressenden Tieren entwickelt. Beobachtungen und Forschungen zeigten, dass Pferde, die frei ihre Futtermittel wählen können rund 60% (~14 Stunden) des Tages im Weideschritt gehen und grasen(Gudmundsson und Dyrmundsson, 1994; McGreevy, 2004). Pferde in einer eingeschränkteren Umgebung verbringen ca. 16-17 Stunden pro Tag- mit Gehen und Grasen und es können sogar in rauen Jahreszeiten (McGreevy, 2004) 19 Stunden überschritten werden. Allerdings ist die Fresszeit stark Abhängig von mehreren Faktoren wie Wetterbedingungen, der Verfügbarkeit von Futtermittel, Geschlecht, Alter und vieles mehr. (Gudmundsson und Dyrmundsson, 1994).

Durch die Möglichkeit der freien Bewegung und artgerechtem Fressverhalten wird das Pferd schätzungsweise 2-2,5% Trockensubstanz seines Körpergewichts innerhalb von 24 Stunden in Form von Ballaststoffen konsumieren. (National Research Council (US), 1987; Kiley-Worthington, 1987; Dowler, et al, 2009;. Wright, 1999).

Durch die Möglichkeit der permanenten Bewegung und dem fast ganztäglichen Grasen tätigt das Pferd in etwa 57 000 Kaubewegungen (Cuddeford, 1999) auf ballaststoffreichem Raufutter (und etwa 40 000 an Rauhfutter mit einem durchschnittlichen Fasergehalt, die Zahl, mit der in dieser Forschung eher zu arbeiten ist) (Frape, 2004). Die Zahlen als solche sind kritisch zu hinterfragen, da sie Hauptsächlich aus Forschungen und Beobachtungen von wilden oder halb verwilderten Pferden abgeleitet werden. Jedoch ist die genetische Veranlagung eines ähnlichen Verhaltens/ Instinkte und Physiologie des Verdauungstraktes relativ unverändert in den letzten 6000 Jahren der Domestikation und Züchtung (Koene und Gremmen, 2002; Dierendonck, 2006) geblieben, die damit direkt mit dem hohen Auftreten von Gesundheits-und Verhaltensproblemen durch falsche Ernährung verbunden ist.

Das gleiche Fressverhalten von freilebenden Pferden kann bei domestizierten Pferden gesehen werden, wenn die Möglichkeit gegeben ist, dieses normale und instinktive Verhalten auszuführen (Kiley-Worthington, 1987). Allerdings sind die meisten domestizierten Pferden, heute nur begrenzt in der Lage, normales Fressverhalten durch menschliche Bewirtschaftung zum Ausdruck zu bringen. Zum Beispiel konzentriert sich die Fütterung der Pferde in Form von Pellets, Müsli oder Haferflocken und in eingeschränkten Mahlzeiten mit oder ohne begrenzte Mengen von vorgeschnittenen Heu oder Heulage. Diese Veränderung des Futters manifestiert auch eine Änderung des Essverhaltens im Hinblick auf die Zeitdauer der Mahlzeiten, der Kaubewegungen und vor allem auch der Speichelproduktion.



Ein Pferd welches frei auf einer angemessen reifen Weide- 24/7- grasen kann nimmt eine ungefähre Trockenmasse Gras von 2 kg pro 100 kg Körpergewicht pro Tag (600 kg Pferd) zu sich.

In begrenzten Weiden nimmt das Pferd ca. 0,8 Kg DM von Gras in einer Stunde auf. Das Pferd, dem begrenzte Mengen Heu zu bestimmten Zeiten gegeben wird, wird etwa 40 Minuten pro 1 kg Heu mit essen verbringen, was in etwa 1,2 kg Trockenmasse-Aufnahme pro Stunde (Ellis, 2004) entspricht. Bei bestimmten Heu, ad libitum gefüttert, ist es sehr wahrscheinlich, dass das Pferd mehr Zeit mit essen verbringen wird. Wenn es Kraftfutter ißt unterscheidet sich die Fressdauer erheblich, da das Pferd nur etwa 10 Minuten für 1 kg Kraftfutter (Ellis, 2004) benötigt. Dies bedeutet, dass das Pferd eine hohe Energiezufuhr in sehr kurzer Zeit hat. Zum einen wurde das Verdauungssystem des Pferde dafür nicht entwickelt, und zweitens wird das Pferd viel weniger Zeit damit verbringen, zu essen und zu kauen. Dies könnte in einem höheren Risiko des Auftretens von unerwünschtem stereotypen Verhalten und anderen gesundheitlichen Problemen (Davidson und Harris, 2000) führen und somit Einfluss auf die kurz-und langfristige Leistungsfähigkeit des Pferdes haben.

Die Pferdzähne haben sich für schwere Abnutzungen entwickelt und damit würden sie ähnliche Bedingungen brauchen, um in normalen Maßen (Baker und Easley, 1951) getragen zu werden. Es wurde beobachtet, dass die Veränderung des Winkels der Schneidezähne, häufig bei domestizierten Pferden und nicht in einem solchen Ausmaße in halbwilden Pferden oder Wildpferden vorkommt. Dies bedeutet, dass eine anormale Abnutzung in vielen der domestizierten Pferde stattfindet. Solche Fehlstellungen können schwerwiegende Folgen haben auf die Verdauung und den gesamten Pferdeorganismus. Wenn das Temporomandibular Gelenk weiter falsch ausgerichtet wird spielt es eine entscheidende Rolle bei der Veränderung der Biomechanik des ganzen Körpers. Außerdem bedeutet eine Änderung des Winkels der Schneidezähne, dass der Oberflächen zu Oberflächen-Kontakt der Molaren das Pferd zwingt, seinen Kiefer zusammenzupressen um in der Lage zu sein, Futter adäquat zu kauen (LaFlure, 2001). Gründe für diese ungewöhnliche Abnutzung sind erstens, dass das Pferd mit zu wenig ballaststoffreichem Raufutter gefüttert wird. Zweitens muss es nicht mehr richtig Zubeißen (reduzierte Nutzung der Schneidezähne), weil die Ballaststoffe sehr wahrscheinlich vorgeschnitten sind. Und drittens bekommt das Pferd zu viel Kraftfutter, dass mit mindestens vier Mal weniger Kauschlägen als bei Heufütterung gekaut wird (ca. 3000 Kaubewegungen auf 1 kg Heu und 750 auf 1 kg Kraftfutter) (Frape, 1998).

Da die Speichelproduktion mit der Anzahl der Kauschläge zusammenhängt (Alexander und Hickson, 1970) kann und muss eine direkte Beziehungen gezogen werden.
Während der Gesamtfressdauer von 14 Stunden pro Tag(mindestens!) und einer Menge von etwa 2-2,5% Trockenmasse des Körpergewichtes, erzeugt das Pferd etwa 4,5 Liter Speichel pro Kilogramm Trockensubstanz Raufutter, was in etwa 40-60 Liter Speichel pro Tag (Harris, 1999; McGreevy, 2004) resultiert. Eine ausreichende Speichelproduktion ist entscheidend für die Pufferwirkung von Magensäure. Der Speichel, mit seinem hohen Hydrogencarbonat-Gehalt, wirkt alkalisch und ist somit in der Lage, den Säurestand im Magen zu balancieren (Picavet, 2002). Wenn nicht genügend Speichel in konstanten Abschnitten über den ganzen Tag verteilt produziert wird, werden die Auswirkungen der alkalischen Pufferung durch Hydrogencarbonat (veraltet:Bicarbonat) vermindert; die Magensäure steigt und das Risiko von Magengeschwüren erhöht sich deutlich (Pagan, 1997). Es wurde beobachtet, dass das Auftreten von Magengeschwüren meist im oberen Bereich des Pferdemagens geschieht, weil dieser Teil des Magens keine Schleimhaut-Schicht enthält und kein alkalisches Hydrogencarbonat als Säureneutralisierungsmittel erzeugt.
Der einzige Schutz den der obere Bereich des Magens vor der Magensäure hat ist das durch ausreichende Speichelproduktion erzeugte Hydrogencarbonat und die natürliche Pufferkapazität durch Raufutter (Pagan, 2008). Ist das Pferd für einen Zeitraum von etwa drei bis vier Stunden einem erhöhten Säurelevel ausgesetzt sinkt der Widerstand des Gewebes dramatisch, und die ersten Anzeichen von Schäden werden nach zehn bis zwölf Stunden sichtbar (Steward, 2003). Studien zeigen, dass ca. 60% der "Sportpferde" und rund 37% der Freizeitpferde Magengeschwüre (Picavet, 2002) zeigen. Das höchste Auftreten von Magengeschwüren wurde bei "Rennpferden" gefunden. Mehr als 90% aller "Rennpferde" zeigen Magenulzera verschiedener Grade (Pagan, 2008). Es hat sich gezeigt, dass Pferde nicht freiwillig mehr als vier Stunden hungern (Krazak, et al, 1991.) da das Säureniveau des Magens steigt und Unbehagen verursacht und der Wunsch zu kauen und zu grasen ausgelöst wird, welches eine effektive alkalische Hydrogencarbonatpufferung in dem betroffenen, übersäuerten Bereich gewährleisten würde.

Nachdem das Pferd sich als Dauerfresser entwickelte, bedeutet dies auch, dass ständige Bewegung des Verdauungstraktes vorhanden und notwendig ist, um die Darmflora gesund und aktiv zu erhalten. Die Anwesenheit von nützlichen Bakterien verhindert die Ausbreitung von anderen, potenziell pathogenen Bakterien (Pagan, 2008). Wenn diese konstante peristaltische Bewegung nicht sichergestellt ist, steigt das Risiko von Koliken (Bauchschmerzen) erheblich. Um diese peristaltische Bewegung zu garantieren, wird das im Stall eingesperrte Pferd mit eingeschränkter Rauhfutteraufnahme oft dabei beobachtet, seine Einstreu zu essen weil es an Rauhfutter-Fasern und ausreichender Speichelproduktion fehlt und weil es sich so die Zeit vertreibt.Das Essen der Stroheinstreu ist sicherlich von Vorteil um Kauen, Speichelproduktion und Beschäftigung zu haben und damit auch hilfreich bei der Verringerung der Gefahr von Magengeschwüren, aber Stroheinstreu sollte nicht die wichtigste Quelle für Ballaststoffe sein (es hat fast keinen Nährwert und enthält größere Mengen an Lignin, Cohen, et al, 1999)und ist schwerer zu verdauen. Weitaus wichtiger ist jedoch, dass der übermäßige Konsum von Weizenstroh-Einstreu im Zusammenhang mit der Entwicklung von Impaktionskoliken (Thorne, et al, 2005 in Verbindung gebracht wird.

Die sub-optimale Fütterung, ohne Gewährleistung der natürlichen Anforderungen des nahezu konstanten essens, kauens und Speichel produzierens mit einem "vollen" Verdauungstrakt, hat schwerwiegende Folgen auf die körperliche und geistige Gesundheit. Die Entwicklung von Magengeschwüren, Koliken, aber auch die Entwicklung von abnormen Verhaltensweisen, wie z.B. das Koppen, (zB Kiley-Worthington, 1987; McGreevy, et al, 1995) können daraus resultieren und haben somit einen direkten Einfluß auf das Wohlergehen und die Gesundheit der Pferde sowie auf die fünf Freiheiten (Waran, 2007).

Übersetzung André Oude Wolbers

Wednesday, April 10, 2013

Die Wahrheit über Impfungen

von Natalja Aleksandrova
Übersetzung Jennifer Bender

„Keime existieren sowohl innerhalb als auch außerhalb unserer Körper. Nur wenn es zu einem Ungleichgewicht im Organismus kommt, können Infektionen und Krankheiten entstehen.“
(Professor Antoine Béchamp, Doktor der Medizin und Wissenschaftler)


Jedes Lebewesen hat ein körpereigenes Abwehrsystem um Krankheiten zu bekämpfen. Wie sonst hätte eine derart große Bandbreite an Spezies über die Jahrtausende überleben können? Also warum brauchen wir zusätzlich künstliche Immunität?

Forschungen haben erwiesen, dass jedes Lebewesen eine gewisse Anzahl an Mikroorganismen beinhaltet, die unter bestimmten Umständen pathogen (krankmachend) werden können. Bis zu einem verstärkten Ungleichgewicht ist der Körper in der Lage, diese unter Kontrolle zu behalten, indem er selbst Antikörper produziert. Ein solches Ungleichgewicht entsteht, wenn der Körper unnatürlichem physischem oder psychologischem Stress ausgeliefert ist. In der menschlichen Geschichte sind die großen Epidemien stets verbunden gewesen mit Krieg, Revolutionen, etc., also in Situationen von großem Leid innerhalb gewisser Bevölkerungsgruppen in einem oder mehreren Ländern. Der Lebensstandard sank bedenklich und begünstigte den Ausbruch und die Verbreitung der Epidemien zusätzlich. Unter optimalen Lebensbedingungen hat hingegen jedes Lebewesen die Fähigkeit, unter gesundheitlichen Aspekten für sich selbst zu sorgen. Dann sind seine Fähigkeiten der Abwehr sogar erstaunlich leistungsstark. Außerdem ist das Immunsystem in der Lage, ein breiteres Spektrum an eigener Immunität zu entwickeln, indem es auf natürliche Art Krankheiten bekämpft, um im Anschluss daran Kopien dieser Viren zu speichern. Im Falle einer Neu-Ansteckung ist der Körper so in der Lage, schnell die korrekten Antikörper zu bilden.



So gibt es im Grunde kein vernünftiges Argument, einem gesunden Körper nicht zu erlauben, mit den Mikroorganismen selbst fertig zu werden. Ohne ihm die Antikörper von außen zuzuführen. Vielmehr häufen sich die medizinischen Anzeichen, dass Impfungen dem gesunden Körper schaden und einen schon kranken Körper in ernsthafte Gefahr bringen.

Sofern das Bakterien- und Virenmilieu im Körper im Gleichgewicht ist, vermehren sich die krankmachenden Keime nicht. Für die Herstellung eines Impfstoffes benötigt der Hersteller aktive Viren von einem erkrankten Individuum (Blut, Urin, etc.). Dafür lösen die Pharmabetriebe bei lebenden Tieren die Krankheit künstlich aus. So werden zum Beispiel für die Krebsforschung krebskranke Mäuse verwendet – die den Krebs aufgrund bestimmter Futterzusätze absichtlich bekommen haben. Was bringt uns dazu, einen solchen Wahnsinn zu unterstützen, indem wir dieses Zeug unseren gesunden Tieren injizieren, statt vielmehr die Lebensbedingungen unserer Vierbeiner zu verbessern, um die körpereigene Abwehr auf natürliche Weise zu stärken? Ist es im Grunde nicht einfach nur Angst? Angst, die durch die Pharmaindustrie gefördert und verstärkt wird, um sie dann sehr profitabel auszunutzen?

Für jene unter euch, die sich selbst für diesbezüglich angstfrei erachten und glauben, mit Impfungen wirklich Krankheiten vermeiden zu können – lasst uns einen tieferen Blick auf dieses Thema werfen.

Die Beobachtung, dass Säugetiere, die sich von einer durch Mikroorganismen verursachten Infektion erholen, eine natürliche Immunität gegenüber weiteren Erkrankungen durch ebendiese erwerben, führte zur Entwicklung der Impfungen. Jedes Mal, wenn T-Zellen (fressen Viren, Bakterien und Krebszellen und gehören zur zellularen Abwehr) und B-Zellen (Antikörper produzierende Zellen, humorale Abwehr) durch körperfremde Substanzen aktiviert werden, entwickeln sich einige dieser T- und B-Zellen zu sogenannten Gedächtniszellen. Wird das jeweilige Lebewesen ein weiteres Mal mit den Antigenen dieser Substanz konfrontiert, ist das Immunsystem sehr schnell in der Lage, diese zu vernichten. Dieser Prozess wird Immunität genannt.

Aufgrund dieser Beobachtung kamen Wissenschaftler zu dem vermeintlichen Schluss, dass die Injektion fremder Antigene ein Individuum vor zukünftigen Infektionen schützen würde. Dies war die Geburtsstunde der Impfung. Was die Entwickler der Impfungen nicht realisierten, war, dass nahezu kein einziges Säugetier (und dazu gehören schließlich auch wir Menschen) sich über eine Injektion (also über das Blutsystem) mit einer Krankheit ansteckt. Die meisten Erreger treten über die Schleimhäute von Mund, Nase oder durch Überwindung der pulmonalen Schutzbarriere über die Luft in den Körper. Die Membranen, von denen diese Schleimhäute überzogen sind, beinhalten ein anderes, weiteres Immunsystem. Dieses Abwehrsystem nennt sich IgA-Immunreaktion - benannt nach den IgA-Antikörpern, die sich in den Membranen befinden. Es stellt die erste Barriere der körpereigenen Abwehr dar. Sie hilft, die Notwendigkeit für intensive Abwehrreaktionen des Immunsystems zu reduzieren. Häufig kann das IgA-System sogar eine drohende Infektion direkt im Keim ersticken. Indem man nun diese erste in den Schleimhäuten befindliche Barriere durch die Injektion von Erregern in den Blutkreislauf übergeht, korrumpiert man das ganze natürliche Abwehrsystem in sich. Als Resultat ist die verwirrte körpereigene Abwehr nicht in der Lage, die pathogenen Erreger zu eliminieren, so dass sie im Körper verbleiben und sich dort vermehren oder sogar mutieren, je mehr weitere Antigene und Umweltgifte das Immunsystem attackieren.

Der Mechanismus durch den das Abwehrsystem eines Individuums boykottiert wird, wird besonders deutlich, wenn man versteht, dass die beiden Pfeiler der Abwehr (zellular und humoral) eine wechselseitige Beziehung pflegen. Wird die eine stimuliert, führt das zur Sperrung der anderen. Da Impfstoffe die B-Zellen aktivieren, um Antikörper auszuschütten, werden die T-Zellen dauerhaft unterdrückt. Diese Unterdrückung der zellbedingten natürlichen Reaktion ist ein Schlüsselfaktor für die Entstehung von Krebs und anderen lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Eine Impfung funktioniert also auf zellularer Ebene nicht durch Vorbeugung, sondern vielmehr durch Unterdrückung - denn sie unterdrückt die natürliche Fähigkeit eines Körpers, Pathogene selbständig aus dem Körper zu entfernen. Zwar wird die Auslösung der Krankheit verhindert, aber ihre Erreger verbleiben im Körper und warten auf einen günstigeren Zeitpunkt, um auszubrechen und die schwächsten Organe anzugreifen. Nach einer Impfung zirkulieren die injizierten Mikroorganismen weiterhin im Körper, werden stärker, verändern sich und bilden sich um in andere Formen von Organismen (wie die Forschungen von Professor Béchamp belegen), abhängig vom Säuregrad und der Toxizität im jeweiligen Körper (also abhängig vom mikrobiellen Ungleichgewicht im Körper). So wird deutlich, inwieweit die Behandlung von Infektionskrankheiten mit Antibiotika, sowie deren vermeintliche „Vorbeugung“ durch Impfungen Beispiele dafür sind, wie die Schulmedizin lediglich die Ausläufer einer Erkrankung beschneidet, obwohl die Wurzel der selben in einem toxischen inneren Milieu des Körpers liegt. Seit der Keimtheorie von Pasteur, die den aufstrebenden Pharma-Unternehmen sehr zuträglich war, haben es die eindeutigen Forschungsergebnisse von Professor Béchamp nie in die Curriculae der medizinischen Fakultäten geschafft... (Rebecca Carley, M.D.)

Aufgrund ihrer immun-suppressiven (also unterdrückenden) Wirkungsweise stehen Impfungen weltweit in dem Verdacht, Krebs und Leukämie zu verursachen. Sogar eine Verbindung zu AIDS wurde bereits hergestellt...

Aufgrund der sich häufenden Berichte über mangelnde Impferfolge, verstärken die Pharma-Unternehmen deren Wirkung, indem sie weitere Zusatzstoffe hinzufügen. Vereinfacht dargestellt enthalten Impfseren entweder abgetötete Viren oder Bakterien, Keimkomponenten oder schädliche Auszüge aus lebenden Organismen, deren Schädigungspotential abgemildert wurde. Dieser Prozess wird Attenuation (Abschwächung) genannt. Um nun eine verstärkte Immunreaktion gegen diese Organismen zu erreichen, fügen die Pharma-Hersteller starke immunstimulierende Substanzen hinzu, wie Squalen, Aluminium, Lipopolysaccharide, etc. Diese heißen Impf-Hilfsstoffe. Das Problem dabei ist, dass vor allem bei jungen, an Nährstoffmangel leidenden und/ oder alten Menschen und Tieren diese Überstimulation des Immunsystem den gegenteiligen Effekt haben kann – es kommt unter Umständen zu einer Paralyse des Abwehrsystems.

Ein weiteres Problem bei modernen Impfseren ist die Tatsache, dass die erwähnte Immunstimulation über einen langen Zeitraum erfolgt, da die Hilfsstoffe sich in den Geweben sammeln und dort die für die körpereigene Abwehr zuständigen Zellen immerzu anregen. Bei den meisten auf natürlichem Wege entstandenen Infektionen geschieht die Immunreaktion sehr schnell, ist die Erkrankung unter Kontrolle, sinkt sie dagegen ebenso rapide wieder ab, um die normalen Zellen vor massiven Schäden zu schützen. (Russell L. Blaylock, M.D.)



Des weiteren verursachen die Hilfsstoffe an sich sehr häufig schwere Nebenwirkungen. Hierzu gehört unter anderem die Hyperaktivität der B-Zellen, die zu einem pathologischen Anstieg der Antikörper-Produktion im Körper führt, sowie Allergien gegen diese Substanzen selbst. So wurde zum Beispiel bei Soldaten des ersten Golfkriegs, die mit Impfseren mit Squalen behandelt wurden, Antikörper gegen dieses im Blut gefunden. Außerdem lenkt der auf einen Typ Erreger fokussierte Anstieg der Antikörper-Produktion (bedingt durch die Hyperaktivität der B-Zellen) das Immunsystem von den anderen Antigenen ab, mit dem der Körper auf natürlichem Wege konfrontiert wird – und die es eigentlich ebenfalls konfrontieren müsste, damit das Individuum gesund bleibt.

Diese Hyperaktivität der humoralen Abwehr (Produktion der Antikörper) ist die Ursache aller Auto-Immun-Erkrankungen. Dabei entscheidet lediglich das von der Attacke der Auto-Antiköper betroffene Gewebe deines Körpers darüber, welche Auto-Immun-Erkrankung du bekommst. Wird die innerste Schicht des Gastro-Intestinal-Trakts durch die Auto-Antikörper geschädigt, wird die Darmwand durchlässig. Es entstehen Lebensmittel-Allergien, weil halbverdaute Essenspartikel in die Blutbahn geraten – diese werden als körperfremde Antigene eingestuft und so wird jedes Mal in Folge, wenn dieses Nahrungsmittel konsumiert wird, eine verstärkte Antikörper-Reaktion ausgelöst. Morbus Crohn und Colitis sind weitere Krankheitsbilder, die durch einen Angriff der Auto-Antikörper auf die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts verursacht werden. Werden die insulinproduzierenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt, entwickelt sich eine (juvenile) Diabetes. Werden hingegen die Schleimhäute der Atemwege angegriffen, wird das Lungengewebe, ähnlich wie zuvor beim Magen-Darm beschrieben, durchlässig und Substanzen, vor allem Pollen, Staub oder Tierhaare, werden als schädliche Antigene gedeutet, weil sie in die Blutbahn gelangen – und lösen so Atemwegsallergien aus. Bei erneuter Einatmung der betreffenden Partikel, löst die Allergie eine Konstriktion (Zusammenziehung/Verkrampfung) der Bronchiolen aus. Diese Symptomatik wird Asthma genannt. Sind Gelenke von den Auto-Antikörpern betroffen, führt dies zu rheumatoider oder juveniler (jugendlich, in jungen Jahren) Arthritis. Wird stattdessen die Haut attackiert, wird analog zu Lunge und Magen-Darm, die Hautbarriere durchlässig und Stoffe, die diese zuvor nicht durchdringen konnten, sind nun in der Lage zu passieren. So ergeben sich Kontaktallergien. Abhängig von der betroffenen Hautschicht entwickeln sich wahlweise Ekzeme, Psoriasis (Schuppenflechte) oder Neurodermitis. Auch bestimmte Nierenerkrankungen, wie die Glomerulonephritis, basieren auf diesem Prozess, so dass bestimmte Proteine aus dem Blut (die Nieren filtern Blut nach Giftstoffen und bilden daraus den Urin) in den Urin gelangen. Und so weiter, und so weiter... (Rebecca Carley, M.D.)

Viele Hauspferde haben eh schon das ein oder andere Stoffwechsel-Problem, hier können Impfseren Probleme wie Hufrehe noch verschärfen.

Warum um alles in der Welt gibt es denn dann noch Impfungen, wenn die Schäden so deutlich sind? Die Antwort ist einfach: Geld. Die Pharma-Industrie gewinnt riesige Profite durch den Verkauf von Impfstoffen.

Noch eine interessante Info:
Woher kommen wohl all die positiven statistischen Forschungsergebnisse über die Wirkung von Impfungen? Richtig, von den Pharma-Herstellern selbst... All die gegenteiligen Beweise stammen von Medizinern, die jahrelang selbst Impfseren in ihren Praxen verwendet haben – bevor sie zunehmend deren schädigende Wirkung bemerkten und anfingen, Nachforschungen zu betreiben.



Impfungen schaden unserer Immunität auf vielerlei Weise
von Dr. Joseph Mercola, Mitglied der Vereinigung amerikanischer Ärzte und Chirurgen, www.mercola.com

1. Impfungen enthalten viele Chemikalien und Schwermetalle, wie Quecksilber und Aluminium, die an sich schon immun-suppressiv, also schwächend, wirken. Quecksilber zum Beispiel verursacht Veränderungen in der Lymphozyten-Aktivität und reduziert deren Lebensfähigkeit.
2. Impfungen enthalten fremdes Gewebe und somit fremde DNA/RNA, die aufgrund der Graft-versus-Host-Reaktion (GvHR), das Immunsystem schwächt.
3. Impfungen verändern das T-Helferzellen/Suppressor-Verhältnis, genau wie es bei AIDS beobachtet wird (Zufall?). Dieses Verhältnis ist jedoch der Schlüsselfaktor für ein funktionierendes Abwehrsystem.
4. Impfungen verändern die metabolische Aktivität der PMNs und reduziert deren chemotaxischen (durch chemische Reize ausgelöste) Fähigkeiten. PMNs sind wichtige Bestandteile unserer körpereigenen Abwehr gegen pathogene (krankmachende) Viren und Bakterien.
5. Impfungen schwächen unser Immunsystem allein schon durch die Überflutung mit körperfremden Materialien, Schwermetallen, Pathogenen und Viren. Schwermetalle verlangsamen die Abwehr, während die Viren sich fröhlich vermehren und gedeihen. Das ist, als ob man gefesselt würde, bevor man schwimmen geht...
6. Impfungen hemmen unser Lymphsystem und -knoten durch ihre großen Eiweiß-Moleküle, die nicht adäquat in handliche Teile zerlegt werden konnten, weil sie nämlich injiziert wurden, statt auf natürliche Weise das Verdauungssystem zu passieren. Aufgrund dieser großen Protein-Moleküle, CICs (Circulating Immune Complexes/ zirkulierende Immun-Komplexe) genannt, werden Impfungen häufig mit Allergien in Verbindung gebracht.
7. Impfungen stehlen unserem Körper wichtige Nährstoffe. Die Vitamine C und A, sowie Zink werden aber für ein starkes Immunsystem unbedingt benötigt. Sie ernähren die weißen Blutkörperchen und Makrophagen (Fresszellen) und erlaubt ihnen so, angemessen zu funktionieren.
8. Impfungen sind neurotoxisch (wirken also wie ein Nervengift) und verlangsamen die nervöse Übertragung von Informationen zum Gehirn und zu anderen Geweben. Dabei ist mittlerweile bekannt, dass gewisse Lymphozyten durch eine Gruppe von Neurotransmittern ebenfalls direkt mit dem Gehirn kommunizieren. Die Lymphozyten gehören ebenfalls zum Immunsystem. Bei Schädigung dieser neuralen Informationsübertragung wird folglich die körpereigene Abwehr zusätzlich geschwächt.

Eine List von Medizinern, Forschern und Organisationen, die gegen das Impfen sind, findest du hier:
http://www.whale.to/m/critics.html

Thursday, February 28, 2013

Skaryszew – Die Regierung unterstützt das Tierleid

Berenika Bratny

Skaryszew, der Pferdemarkt in Polen, wurde schon vor langer Zeit von Tierschutzaktivisten "Die Hölle" genannt. Jeder, der ihn einmal besucht hat, weiß mit Sicherheit, dass dieses keine Übertreibung ist.


Die offizielle Version besagt, dass es ein Platz mit einer langen, historischen Tradition ist, wo sich Bauern einmal im Jahr treffen um Pferde für landwirtschaftliche Arbeiten und für den Freizeitbereich zu verkaufen. Eine Menge Besucher, die während des Tages kommen glauben es, davon bin ich überzeugt, denn sie kommen mit ihren Kindern, um ihnen "schöne Pferde zu zeigen". Der Marktplatz ist voller Stände, die die verschiedensten Dinge zum Kauf anbieten ... eine Peitsche, ganz nebenbei bemerkt, ist dabei das Populärste.

Die Wahrheit ist aber eine andere – der eigentliche Markt findet nämlich des Nachts statt( obwohl die offizielle Version sagt, dass er um 8 Uhr morgens beginnt). Von überall aus dem Lande kommen Pferdehändler um Pferde an Italienische Schlachthäuser zu verkaufen. Große TIR Lastwagen blockieren sämtliche Straßen schon ab dem Abend des Vortages. Und die Hölle beginnt. Pferde werden in den unterschiedlichsten Vehikeln zum Markt transportiert – die meisten davon sind gar nicht für diesen Zweck gemacht: offene Anhänger ohne Dach(Verstoß gegen EU-Recht), Anhänger mit viel zu vielen Pferden beladen, Busse und alle Arten von Traktoranhängern. Das Be- und Entladen ist eine Prozedur voller Gewalt. Nahezu jeder Händler, den man hier trifft, trägt eine Peitsche oder ein Metallrohr, manchmal sogar beides, als "Hilfsmittel" um während des Transportes zu "helfen". Es gibt keine angemessenen Parkplätze für die LKW´s. Verängstigte Tiere werden oft gezwungen, auf erhöhte Rampen zu springen, was sie oftmals nicht schaffen und ihre Besitzer mehr und mehr verärgern und aggressiv werden lassen. In Skaryszew wird in der Nacht sehr viel Wodka getrunken, was die Gewaltbereitschaft noch erhöht.

Dies alles geschieht im Schutze der Dunkelheit.

Mehre Tierrechtsbewegungen, Tara und Pegasus sind zwei davon, haben beschlossen, die ganze Wahrheit über diesen Platz zu zeigen, Filmmaterial zu sammeln, Filme zu drehen und Fotos zu machen und die Bedingungen und Reglementierungen zu ändern. "Pferde sind Begleittiere" ist der Name dieser Kampagne. Sie kämpfen darum, das Pferd von der Liste der Schlachttiere zu entfernen. Und um dieses zu erreichen, treffen sich Aktivisten aus ganz Polen um nach Skaryszew zu gehen und um Jahr für Jahr die Grausamkeiten zu dokumentieren und Beweise zu sammeln. Den wütenden und oftmals betrunkenen Bauern entgegenzutreten ist nicht einfach. Besonders dann nicht, wenn die Polizei und die Tierärzte nicht besonders Begierig darauf sind, zu helfen.

Die Aktivisten kommen am Tag vor dem Pferdemarkt nach Skaryszew. Sie treffen sich dort und beratschlagen über ihre Aktionen. Diese Jahr kamen sie mit Journalisten und der Polizei. Sie teilten sich in Gruppen auf, um jeden Eingang des Marktplatzes zu kontrollieren - und um zu sehen, ob die Polizei und andere Dienstleister ihre Arbeit verrichten. Es stellte sich als sehr schwieriges Unterfangen heraus.

Nach Angaben der Aktivisten, welche die Prozeduren beobachteten, waren die Polizisten und die Tierärzte vor Ort nicht bereit zu kooperieren. „Wir baten einen Polizisten um Hilfe und er sagte zu uns, wir sollen uns an die Polizeiwache wenden“ – erinnert sich einer der Protestanten. “Wir fragten nach dem Weg, aber der Wachtmann murmelte einige Schimpfwörter und ging davon,“ – Berichtet ein anderer.

Laut EU – Richtlinien muss ein solcher Markt unter der Kontrolle der Polizei und des Veterinäramtes stehen. Die Identität eines jeden Pferdes muss durch einen Veterinär geprüft werden. Wie sieht nun der Ablauf aus? Die Tierschützer sagen, dass, wann immer ein LKW mit voller Pferde kommt, die Beamten nur die Ausweisnummer kontrollieren – und nicht einmal nach den Pferden schauen. Darauf angesprochen, erwidern sie, dass die Pferde an einer anderen Stelle des Marktes kontrolliert werden. Aber in Wirklichkeit prüft niemand die Papiere später.

Während dessen erklärt der Bürgermeister von Skaryszew voller Stolz im Fernsehen, dass der Pferdemarkt in diesem Jahr ein großer Erfolg war und es hinreichende Kontrollen gegeben hat. Er verkündet sein Vorhaben, diese Art der Pferdemärkte nun viermal jährlich stattfinden zu lassen. Auf der einen Seite ist dieses eine Art Kriegserklärung an die Tierschutzorganisationen – um den „Feind“ mürbe zu machen – denn es wird sehr schwer werden, Teilnehmer der Proteste und Helfer an vier Märkten im Jahr zu rekrutieren. Und auf der anderen Seite – was dem wichtigsten Faktor entspricht – IST der Pferdeverkauf für die Fleischindustrie ein gutes Geschäft in Polen. Der Preis für Pferde (in Zlotys/Kilogramm) ist sehr hoch im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Und nun findet fast jeder Landwirt, es ist „gutes zusätzliches Geld“, eine Stute zu halten und ein oder zwei Fohlen im Winter zu verkaufen. Man findet mehr und mehr große Zuchtfarmen für Schlachtpferde an den Stadträndern und im landwirtschaftlichen Raum. In Polen wird kein Pferdefleisch konsumiert, die Tiere gehen auf ihre letzte Reise in Länder wie Italien, Frankreich und andere Länder. In einigen Ländern wird das Pferdefleisch aus Polen als „biologisches Nahrungsmittel“ angesehen(beworben als Fleisch von Tieren, die in nicht verschmutzter, sauberer Umwelt grasen). Das ist der Grund, warum die Preise höher liegen und das ist was sich lohnt. Das Landwirtschaftsministerium und die Landwirte propagieren das Züchten von Pferden als einen leichten Weg Geld zu verdienen. Jedes Jahr werden Pferde in Polen zur Schlachtung verkauft. Einige werden schon in polnischen Schlachthäusern getötet, diese produzieren 18 tausend Tonnen an Pferdefleisch wobei 70 % davon nach Italien verkauft werden (2011 waren es 12,1 tausend Tonnen), Deutschland(mehr als 50 Tonnen) und die Tschechische Republik (20 Tonnen Fleisch). Nach offiziellen Angaben werden jährlich 18 tausend lebende Pferde von Polen aus in ausländische Schlachthäuser transportiert – die meisten nach Italien. Es ist ein lohnenderes Geschäft lebende Tiere zu transportieren als Fleisch – auch wenn dabei 3-5 % der Tiere während des Transportes sterben. Außerdem ist der verwaltungstechnische Aufwand wesentlich geringer, wenn lebende Tiere transportiert werden, man braucht dabei nämlich nur die Ausweispapiere. In vielen Supermärkten ist das angebotene Pferdefleisch aus Polen wesentlich günstiger als das, welches von den regionalen Schlachthäusern angeboten und vertrieben wird (es finden sich oftmals Angaben, wo das Fleisch „erzeugt“ wurde auf den Verpackungen). Dieses Jahr wurden wieder viele hundert Pferde in Skaryszew verkauft, hauptsächlich nach Italien und Litauen. 2012 wurden aus der polnischen Region Mazowieckie 3902 Pferde in die Europäische Union verkauft und solange dieses ein so gutes Geschäft ist, werden weiterhin Menschen diesem nachkommen. Und dieses ist der Grund, warum die Gesellschaft mit großem Druck laut “NEIN!“ zu solchen Praktiken sagen muss.

Dieses ist wiederum keine leichte Aufgabe – in der Ausgabe der Zeitschrift „Konski Targ“ (was übrigens “Pferdemarkt“ heißt) welche diesen Monat erschien, und die eine der größten polnischen Magazine für Reiter und Züchter ist, wurde ein Text veröffentlicht, der offen Tierschutzorganisationen für ihre „Dummheit“ angreift. Das Magazin propagiert Pferde als Schlachtvieh und attackiert die Tierschützer. Der hauptsächliche Vorwurf eines Journalisten ist, dass die Tierschützer „keine Ahnung von Pferden haben“ und er schreibt, das es unter seinen Freunden – „wahren Pferdekennern“ – Reiter und Züchter – „keine Tierschutzaktivisten“ gäbe. Leider wird er damit sogar Recht haben. Für einige Pferdemenschen dieses Landes mag das beleidigend sein für einige Prozent ist es traurige Wahrheit. Und es wird auch in einigen Reiterforen sichtbar, in denen Forenmitglieder nichts Schlimmes daran finden, Pferde zur Schlachtung zu züchten.

Im letzten Jahr wurde ein krankes Fohlen von der Organisation „Tara“ gekauft. Es starb einen Tag später. Die Tierärzte diagnostizierten eine schwere Kolik und man fand bei der Untersuchung des Fohlens seltsame, nicht-organische Substanzen im Verdauungstrakt des Fohlens. In diesem Jahr kaufte die Tierschutzorganisation ein weiteres Pferd – einen jungen Hengst – nachdem dieser von einer Rampe gefallen war und nicht mehr aufstehen konnte. Man brachte ihn nach Warschau in eine Tierklinik und dort diagnostizierte man ein gebrochenes Rückgrat. Das Pferd wurde euthanasiert. Die Tierschutzorganisation gab an, dass sie den Halter des Pferdes, sowie die Verantwortlichen des Skaryszew Pferdemarktes verklagen wollen.

Wie lange braucht es, um die Wahrnehmung der Gesellschaft zu verändern? Nicht sehr lange. Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte Polen den Ruf eines Landes, welches seine Pferde schätzt und liebt. Diese Zeiten sind offensichtlich vorbei. Doch es besteht noch immer die Chance, durch Aktionen, wie die der Tierschutzorganisation „Tara“, zu Erwachen.

Es ist höchsten Zeit das wir anfangen das „gute Geschäft“ wie Skaryszew als „große Schande“ wahrzunehmen und etwas dagegen zu unternehmen.

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Bislang haben über 3000 Menschen die Petition gegen diesen fürchterlichen Markt unterzeichnet. Viele Menschen in Deutschland haben bezüglich dieser Thematik an Fernsehgesellschaften geschrieben und bekannte TV- Formate wie „Akte20.13“ bei SAT1 und „Stern TV“ bei RTL sendeten Reportagen diesbezüglich. Der Kommentar eines SAT1 Reporters, Deutschland:
“Wir besuchten den Platz an dem einfache Leute leben, wo Pferde gehalten werden um zu Arbeiten und um sie zu essen. Diese Menschen konnten nicht verstehen, warum wir uns um die Pferde sorgen und uns darum kümmern, was sie fühlen.“



RTL 'Stern TV':
http://www.stern.de/tv/sterntv/undurchsichtige-vertriebswege-pferdefleisch-auf-irrwegen-1973245-video.html

Es liegt ein dunkler Schatten über die polnischen Menschen und ihre Tierschutzgesetze. Die Reaktionen auf der ganzen Welt zeigen, dass eine solche Behandlung der Tiere nicht akzeptiert werden kann – nirgendwo auf dieser Welt. Wenn ein Bürgermeister einen solchen Akt der Barbarei gegenüber Tieren einen „Erfolg“ nennt, dann wirft das die Frage auf, ob er im Interesse aller seiner Landsleute spricht.


Petition:

https://www.change.org/de/Petitionen/stoppt-den-grausamen-pferdemarkt-stop-gruelty-horse-market-in-skaryszew-polen















Friday, June 1, 2012

Welcher Haarschnitt gefällt ihrem Pferd am besten?

von Natalija Aleksandrova
Übersetzung André Oude Wolbers

Haben Sie jemals an die Tatsache gedacht, dass Schweif, Mähne und Stirnhaare der Pferde nicht nur da sind um das menschliche Auge zu erfreuen? Dass, wenn wir aus egoistischen Motiven die Mähne und den Schopf unserer Pferde schneiden, zupfen oder gar vollständig entfernen – den Schweif zupfen oder kürzen, wir eigentlich einen Teil ihres natürlichen Abwehrsystems entfernen?

Die Mähne des Pferdes ist ein wichtiger Faktor des Thermoregulationsmechanismus in den kälteren Zeiten des Jahres. Den Pferden wächst eine dickere Mähne vor dem Winter und sie wechseln sie in eine dünnere vor dem Sommer, genauso wie sie ihr Sommer-und Winterfell ändern. Wir können diese natürlich dicker und besser wachsenden Mähnen und Schöpfe in den nativen nordischen Pferderassen sehen. Auch sehen wir die dickere Mähne in Ponyrassen, die aufgrund der Spezifika des Thermoregulationsmechanismus (größere Körperoberfläche im Vergleich zum Körpergewicht – siehe hierzu auch: http://holistichorseandhoofcare-deutschland.blogspot.com/2013/09/thermoregulation-bei-pferden-in-den.html) ein dichteres Fell benötigen, um die innere Körpertemperatur in einem geeigneten Rahmen zu halten. Bei Pferden mit unterentwickelter, atrophierter Nackenmuskulatur( ein Zeichen für Probleme mit der Durchblutung in diesem Bereich)mit chronisch verspannter Nackenmuskulatur, ist die Mähne vor allem wichtig, um den Hals im Winter warm zu halten.

Die Mähne des Pferdes hilft im Wandel der Jahreszeiten, den Kopf und die großen Blutgefäße des Tieres zu isolieren (Pilliner und Davies, 1996), so dass das Blut auf seinem Weg zum Gehirn im Winter nicht unterkühlt und im Sommer nicht überhitzt.

Im Sommer werden die Mähne zusammen mit dem Schweif wichtige Instrumente bei der Verteidigung gegen Insekten. Der Schopf ist sehr wichtig im Sommer, weil er auch die Augen des Tieres vor Infektionen und Reizungen schützt, die durch Fliegen, Staub, Schimmel und Sporen verursacht werden können. Je länger der Schweif, desto effektiver ist er als Schutz gegen die Insekten – je mehr Körperfläche er bedeckt. Und besonders wichtig ist er um den Unterbauch und die Genitalien zu erreichen, die vor allem von den Insekten geliebt werden.

An windigen, regnerischen Sommertagen und auch an schneereichen Wintertagen, wenn die Pferde die typisch schützende Position einnehmen und mit ihren Schweifen in den Wind gedreht, mit ihren Köpfen hängend dastehen, sind ihre Mähnen und Fesselbehänge ein wirksamer Schutz für ihre Hälse, Köpfe, Augen und Ohren, vor Wasser, Schnee und Wind. Regen und Schmelzwasser durch Schneefall, läuft von der langen Mähne und dem Fesselbehang ab, und erreicht somit nicht die Augen bzw. die Haut. Unterschiedliche Haarlängen in der Mähne zusammen mit längerem Haar in der Mitte des Halses spielen ein große Rolle, so dass eine bessere Schutzschicht gegen das abfließende Wasser entsteht. Während der Schweif dazu dient das hintere Ende des Pferdes zu schützen – helfen die abstehenden und auffächernden kürzeren Haare auf der Schweifrübe beim Abweisen von Wasser, Schnee und Wind, und um Bauch und Genitalien trocken und warm zu halten.

Es ist unnatürlich für das Pferd seine Mähne nur auf einer Seite liegen zu haben. In wilden Pferden und in artgerecht gehaltenen und gesunden domestizierten Pferden, können wir in der Regel sehen, dass die ganze Mähne oder Teile davon auf beiden Seiten des Halses liegen, oder sich die Position der Mähne von Moment zu Moment ändert. Dieses ist nicht nur vorteilhaft für die schützende Funktion, sondern zeigt auch, dass die Nackenmuskulatur gleichmäßig entwickelt ist. In vielen domestizierten Pferden wird die Mähne perfekt auf nur einer Seite des Nackens getragen und dieses ist nicht nur eine Folge der menschlichen Wahrnehmung von Schönheit, sondern auch ein Zeichen dafür, dass der Muskel auf der einen Seite mehr entwickelt ist, bedingt durch unnatürliche Haltung und Verwendung dieser Tiere - wenn ihre natürliche Asymmetrie sich in eine unnatürliche Überentwicklung nur einer Seite wandelt.

Hengste haben in der Regel natürlich dickere Mähnen und wenn diese dann miteinander kämpfen, beißen sie sich gegenseitig in den Nacken und ihre Mähnen funktionieren dabei wie eine Art Rüstung.

Wilde und artgerecht, natürlich gehaltene domestizierte Pferde können sehr gut die Pflege ihrer Mähne, ihres Schopfes und ihrer Schweife übernehmen. Sie können sich an Bäumen oder Zäunen reiben, oder einen Partner hinzuziehen um sich gegenseitig in der Mähne zu knabbern, wenn sie das Gefühl haben, es ist an der Zeit für Haarpflege. Pferde wissen sicher besser als wir, welcher „Haarschnitt“ ihnen am besten steht!
















Fotos: Berenika Bratny, Zbigniew Wroblewski



Foto Helmut Hussman

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References

Pilliner, S., and Z. Davies. 1996. Equine Science, Health and Performance. Blackwell Science, London.